BUCHEMPFEHLUNGEN




Lied (Audio):
Chrischtus & Buddha
 


Sechs Bücher zum Thema "Christlich-Buddhistischer Dialog", die mir - in meinem Selbst-verständnis als Christlich-Buddhistischer Brückenbauer - aus dem Herzen sprechen:


Aus buddhistischer Perspektive:

a) aus dem Theravada
Meister Eckehart - Der tiefste Mystiker des Abendlandes 
                                und die Lehre des Buddha (2001)
Aus dem letzten Kapitel des Buches: "Über Meister Eckehart", 
dort aus dem Unterkapitel "Die namenlose Schicht" (gekürzt):
Eckehart selber ringt immer wieder mit dem Wort, und nicht nur mit dem Wort, sondern auch mit der Sache, zu der er sich in manchen Schriften richtig hindurchbohrt oder hinaufschwingt. In einfühlender Weise hat er immer wieder sich bemüht, den Worten der Schrift den tiefstmöglichen Sinn zu geben, sowie die grossen Meister zu ehren und das, was sie an Wahrheit erkannten, gelten zu lassen. Auf diesem Wege klärt sich das, was Eckehart lehrt, sozusagen unterwegs mit: Die Geheimnisse der Seele enthüllen sich, die Gesetze des Daseins treten zu Tage, und alle Spekulationen, Hypothesen und Meinungen lösen sich auf. Von daher verliert die Fragestellung, ob Eckehart in dieses oder jenes Schubfach passt - zum Christentum, zum Neuplatonismus, zum Hinduismus, zum Buddhismus - jedes Interesse. Da bleibt nur die Frage übrig: Ist das, was Eckehart sagte, in der Wahrheit des Daseins begründet, und hilft es dem Menschen, zum Heil zu kommen? Aus der Bejahung dieser Frage ist diese Arbeit entstanden. Zum Buch

b) aus dem Zen
Jesus der Zenlehrer - Das Herz seiner Lehre (2000)
Klappentext:
Der ungewöhnliche Blick auf den Kern der Jesus-Botschaft - voller Überraschungen: Ein Mensch mit der spirituellen Erfahrung des Ostens entdeckt Jesus auf inspirierende Weise neu. Es ist ein am Zen geschulter Zugang, der, so Leong, am ehesten der Art entspricht, wie Jesus selbst lehrte. Es geht nicht um Beherrschung des Lebens durch Doktrin. Paradoxa und Geheimnisse haben ihren Platz im Leben des Menschen. Darin besteht das Wesen des Zen - und der Weg Jesu: einen ganzheitlichen unverstellten Zugang zum Leben eröffnen, wie es wirklich ist und von Menschen erfahren wird, zu einem Leben, bei dem man den Wert von Spannungen erkennt, Kostbares im Dunkel findet, Schwierigkeiten in kreative Möglichkeiten verwandelt und die menschliche Unvollkommenheit zu schätzen lernt (denn nur sie ermöglicht ein Weiterwachsen). Viele Menschen haben die Freude, den Humor und die Tiefe der Lehren Jesu übersehen, weil sie für immer bei der ersten Deutung, nicht selten bei ihrem Kinderglauben, stehengeblieben sind. Aber nur für den, der sein Verständnis im Mass der persönlichen Erfahrungen wachsen lässt, werden die Heiligen Schriften lebensprägend. Die spirituelle Seite des Zen findet sich auch in zentralen Stellen aus den Evangelien. Es ist die Kunst des reinen Daseins in der Gegenwart; die Kunst des Sehens, was ist; der Blick auf die "alltägliche Hölle" (nicht die Drohgebärde) und paradoxe Einsichten über Leid und den Tod. Die Sicht des Glaubens als Empfänglichkeit, die Überwindung des Bösen durch Wahrhaben und eine neue Sicht der Wirklichkeit ("die Realität sehen, ist der Anfang der Liebe") stehen im Zentrum von Jesu Lehre. "Leong macht auf spannende Weise klar: Die spirituelle Seite des Zen, die Kunst des Lebens in der Haltung der Gelassenheit und des Vertrauens, trifft sich mit dem Kern der Evangelien. Auch sprachlich ein ausgezeichnetes Buch" (Professor Dr. Ludwig Wenzler). Zum Buch

c) aus dem tibetischen Buddhismus

Das Herz aller Religionen ist eins 
- Die Lehre Jesu aus buddhistischer Sicht (1996)
Aus Hinweis, Danksagung und Umschlagtext:  
Dieses Buch ist eine Entdeckungsreise durch die Evangelien - mit dem Dalai Lama und den Teilnehmern am John-Main-Seminar des Jahres 1994. Es dokumentiert den Seminarverlauf, ferner stellt es mit zusätzlichem Material zur christlichen und buddhistischen Überlieferung das Seminar in einen grösseren Zusammenhang. Dies erhöht seinen Nutzwert als Arbeitsgrundlage für künftige interreligiöse Dialoge. Der Aufbau des Hauptteils folgt den Textstellen aus dem Evangelium, zu denen der Dalai Lama seine Betrachtungen anstellt. Im Anhang findet sich als Hilfe zu einem umfassenden Verständnis beider spiritueller Überlieferungen weitere Informationen. Das Buch ist ein Zeichen der Freundschaft zwischen Menschen, die herausgefunden haben, dass Unterschiede in der modernen Welt nicht länger trennende Gegensätze sein müssen, sondern Quellen einer grösseren Einheit sein können, als die Menschen sie bis jetzt gekannt haben. Über die Grenzen aller Religionen hinweg vermittelt der Dalai Lama eine Sicht der Evangelien, die für Christen wie für Buddhisten und Angehörige anderer Glaubensbekenntnisse gleichermassen bereichernd und inspirierend ist. Zum Buch


Aus christlicher Perspektive:

a) aus der Katholischen Kirche
Gottes Schweigen 
- Die Antwort des Buddha für unsere Zeit (1992)
Umschlagtext:
Das Stichwort "Gottes Schweigen" steht für die Erkenntnis, dass die Gotteserfahrung in keiner Religion in Worte fassbar ist. Panikkars überwältigender Entwurf führt in der Begegnung mit dem modernen Atheismus und den östlichen Religionen zu einer grundsätzlichen Revision des christlichen Glaubens und der damit verbundenen Spiritualität. Ein autobiographisches Bekenntnis - ein Meilenstein im Dialog der Religionen.
Klappentext:  
In diesem Buch stellt Panikkar zwei Einstellungen zur Gottesfrage gegenüber: Die Erfahrung eines sich offenbarenden Gottes im Judentum und Christentum sowie im Islam und die negative Antwort auf die Gottesfrage im Buddhismus und im modernen Atheismus. Als eine Brücke in diesem Vergleich betrachtet Panikkar die christliche Tradition einer negativen Theologie, die meint, dass von Gott nur negative Aussagen möglich sind. So wie die Begegnung mit dem modernen Atheismus den Christen geholfen hat, ihre Gottesvorstellungen zu revidieren und zu entmythologisieren, so hilft nun - laut Panikkar - die Begegnung mit den östlichen Religionen, besonders mit dem Buddhismus, die Gottesfrage zu entverbalisieren, d.h., von den dogmatisch befestigten Formeln zu befreien und in der tiefen Selbsterfahrung meditativ-mystisch zu leben. Ein Buch, das im Dialog der Religionen und Kulturen Epoche machen wird. Zum Buch 
Hier zu einem spannenden Gespräch der "Herder Korrespondenz" mit Raimon Panikkar über den interreligiösen Dialog (aus dem Jahr 2001): "Vom Herzen her sprechen"

b) aus der Reformierten Kirche
Gotteswahrnehmung - Wege religiöser Erfahrung (2009)
Umschlagtext:
Seit Jahrtausenden machen die Menschen religiöse Erfahrungen. Die Bibel ist ein einziger Bericht von den vielen Formen, in denen Gott die Menschen angesprochen und die Menschen Gott wahrgenommen haben. Dass Gott uns anredet, hat man unter Christen immer gesagt. Was man ausgeblendet hat, ist die Weise, wie ein Mensch die Anrede Gottes hört. Wie er seine Nähe schaut. Wie er berührt wird, getroffen. Alles aber, was es an Erfahrung gibt, als esoterischen Irrtum zu beschreiben, ist kein Weg zur Wahrheit. Können wir nicht unterscheiden zwischen Wirklichkeit und Träumerei? Die evangelische Theologie hat die religiöse Erfahrung aus ihrem Nachdenken beinahe völlig ausgegrenzt. Es wird Zeit, davon zu reden, damit die Lehre der Kirche und die Erfahrung der Menschen zueinander finden und der Glaube seine elementaren Kräfte widergewinnt. Denn die Zeit ist unwiderruflich vorbei, in der man überzeugt sein konnte, was unser Verstand wahrnimmt, sei die ganze Wirklichkeit. Wer die Offenheit der Welt und die Tiefe seiner Seele zusammensehen und verstehen will, muss seinem Glauben viele Fesseln abnehmen, die die Lehre der Kirche ihm angelegt hat. Zum Buch 
Hier zu einem interessanten Gespräch mit Jörg Zink von Fernsehen SRF, Sternstunde Religion aus dem Jahr 1997, anlässlich seines 75. Geburtstages. 


Aus religionswissenschaftlicher Perspektive:

John Hick 
(Autor ist Christ):
Religion 
- Die menschlichen Antworten auf die Frage nach Leben und Tod (1996)
Umschlagtext:
John Hick stellt in einer faszinierenden Zusammenschau die gemeinsamen Hintergründe der verschiedenen Religionen dar, ihre Gemeinsamkeiten, ihre Unterschiede: Christentum, Judentum, Islam, Buddhismus, Taoismus, Hinduismus, weitere Richtungen und Abzweigungen. Seine zentrale These lautet: Die eine gültige Religion existiert nicht - die Welt lässt sich in religiöser Hinsicht nicht nur auf eine Weise interpretieren. Unterschiedliche Religionsauffassungen fussen auf unterschiedlichen Wahrnehmungen derselben Wirklichkeit. Für welche man sich entscheidet, hängt von der individuellen Umgebung sowie vom ethischen Umgang der Menschen miteinander ab. So ist es für den einzelnen vernünftig, seiner eigenen religiösen Erfahrung zu vertrauen. John Hicks Hauptwerk: ein Plädoyer für die Vielfalt der Religionen. Zum Buch 
Hier zu einem ausführlichen Bericht über John Hick und die pluralistische Religionstheologie in "Herder Korrespondenz" (aus dem Jahr 2012): "Anstössige Vielfalt" 


Aus religionsphilosophischer Perspektive:

Keiji Nishitani
(Autor ist Buddhist):
- Was ist Religion? (2001)
Umschlagtext: 
"Was ist Religion?" - diese Frage hat sich bisher nur aus christlich-abendländischer Sicht gestellt. Stets waren es unsere Erfahrungen, unsere historischen Voraussetzungen, die den Interpretationen und Begriffen zugrunde lagen. Anders bei Nishitani. Durch ihn kommt die japanische Perspektive zu Wort. Aus tiefer meditativer Einsicht, aus der "offenen Weite" des Zen-Buddhismus heraus setzt er sich mit den religiösen und philosophischen Traditionen des Abendlandes auseinander, von den Vorsokratikern über Augustin, Meister Eckhart, Descartes, Hegel, Nietzsche und Bergson bis zu Sartre und Heidegger. Und indem er aus japanischer Erfahrung spricht, spricht er zugleich aus einer Tradition, die sich ihrerseits auch aus indischen und chinesischen Quellen speist. Keiji Nishitani (1900-1990) gilt als Japans bedeutendster Philosoph des 20. Jahrhunderts.
Aus Nishitanis Vorwort (gekürzt):
Der Inhalt dieses Buches drängt darauf, das Phänomen Religion und die Frage "Was ist Religion?" als den Versuch aufzufassen, zu eigenen Folgerungen zu gelangen, indem man sich selbst in Frage stellt. Es geht hier um die Suche nach dem Quellgrund von Religion, wo Religion aus dem Menschen selbst, als einem Subjekt, das in der Gegenwart lebt, entspringt. Wenn wir also dahin gelangen, den Sinn unserer Existenz zu bezweifeln und wenn wir uns selbst zur Frage werden, dann steigt das religiöse Bedürfnis in uns auf. Was Religion ist, lässt sich demnach nicht von aussen her verstehen. Das heisst: Allein das religiöse Bedürfnis ist der Schlüssel zum Verständnis dessen, was Religion ist. Was Religion für den Menschen notwendig werden lässt ist dies: Sie lässt uns zum Ursprung des Lebens zurückkehren. Dort ist Leben etwas jenseits von Funktionalität oder Nützlichkeit; das bedeutet, dort gehen wir über unsere übliche Lebensweise hinaus, unsere gewöhnliche Seinsweise wird durchbrochen. Von diesem Ansatz her möchte ich versuchen, die Frage: "Was ist Religion?" neu zu beantworten, indem ich jenem Pfad nachspüre, auf dem wirklich dem wahrhaft Wirklichen nachgefolgt wird. Zum Buch